Seminar Kunstgeschichte: Constantin Brancusi (1876-1957):

In diesem Wochenendseminar zu Constantin Brancusi werden in einem ersten Teil das Frühwerk behandelt und die Reduktion der Form am Beispiel des Torso', des Kopfes und des Vogels untersucht. In einem zweiten Teil wird der Effekt der Wiederholung studiert. Drittens sind Brancusis eigenwillige Einbeziehung des Sockels und dessen Einsatz unterschiedlicher Materialien zu erkunden. In einem vierten und abschliessenden Teil wird die Funktion der Fotografie zu besprechen sein.

Das Werk als Fragment, Abstraktion, Assemblage und Reproduktion.

Constantin Brancusi studierte 1898 bis 1902 an der Kunstakademie in Bukarest. 1904 reiste er über Budapest, Wien, München und Zürich nach Paris, wo er sich anfänglich als Tellerwäscher durchschlug. 1905/06 erhielt er ein Stipendium des Königreiches Rumänien und besuchte an der École des Beaux-Arts die Bildhauerklasse von Antonin Mercié (1845-1916). 1906 beteiligte er sich erstmals am Salon d'Automne. Für kurze Zeit arbeitete der eindreissigjährige Bildhauer 1907 im Atelier von Auguste Rodin (1840-1917). Um 1907/08 schuf Brancusi eine erste Version des Kuss' und einen Kopf in einen Kieselstein gehauen. Er begegnete den Malern Henri Rousseau (1844-1910), Henri Matisse (1869-1954), Fernand Léger (1881-1955) und dem Maler-Bildhauer Amadeo Modigliani (1884-1920), mit dem er 1909 nach Livorno reiste. 1912 schloss Brancusi Freundschaft mit Marcel Duchamps (1887-1968). 1913 nahm der Rumäne an der grossen Ausstellung zeitgenössischer Kunst, der Armory Show, in New York teil, und 1914 wurde ihm von Alfred Stieglitz (1864-1946) in der Galerie 291 in New York eine Einzelausstellung gewidmet. Innerhalb eines Jahrzehntes gelang Brancusi der internationale Durchbruch. In dieser Zeit löste er sich von der akademischen Tradition und dem Realismus und fand schrittweise durch Weglassen von allem Zufälligen zu den ihm eigenen wesentlichen Formen. Indem Brancusi die Sockel selber anfertigte und die Arbeiten selber fotografiert – Man Ray (1890-1976) unterwies ihn 1921, – steuerte er auch die Rezeption seines Werkes.

Atelier Brancusi, Seminarwochenende